Die Fußballwelt trägt Trauerflor

"Es ist vorbei. Wir haben alle eine Entscheidung getroffen, dass wir nie mehr wieder Fußball spielen werden", so der Torwart Sharif Ikrami im staatlichen Fernsehen. Bei der Tragödie am Mittwochabend in Port Said starben bis jetzt 74 Menschen, mehr als tausend wurden verletzt.

Was passierte?

Al-Ahly gegen Al-Masri ist in etwa mit Bayern gegen Schalke zu vergleichen. Nachdem es während des Spieles schon zu Unruhen gekommen war, stürmten die Fans der Siegermannschaft (Al-Masri gewann mit 3:1) das Spielfeld. Die Spieler mussten in die Kabinen flüchten, viele Menschen wurden erdrückt. Die Polizei, wie auf vielen Bildern zu sehen ist, schritt nicht ein.

Politischer Hintergrund vermutet

"Die Schuld hat einzig und allein die Polizei. Es waren Dutzende im Stadion, aber die sind plötzlich alle verschwunden oder haben gar nichts unternommen", sagte der portugiesische Al-Ahly-Trainer Manuel José. Auch die Muslimbruderschaft veröffentlichte ein Statement auf ihrer Website, in dem es hieß, dass Anhänger des gestürzten Mubarak-Regimes ihre Finger im Spiel hatten.

Ultras am Tahrir-Platz

Wie schon vor einigen Monaten von Medien berichtet wurde, waren die Ultras des efolgreichen Klubs Al-Ahly an den Protesten gegen das alte Regime beteiligt. Bereits Tage vor dem Spiel vermuteten regionale Medien, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte, es wurde als "Spiel der Vergeltung" bezeichnet. Die Übergangsregierung wies indes alle Vorwürfe vom Tisch, nicht entscheidend eingegriffen zu haben.

Der ägyptische Fußballverband setzte die Meisterschaft bis auf Weiteres aus. Die Gedanken gelten den Opfern dieser Tragödie.


Politik und Fußball - wie seht ihr das?


antisymmetric, am 02.02.2012 13:25:30 Uhr

1 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • antisymmetric, am 02.02.2012 13:27:18 Uhr

    "Es ist vorbei. Wir haben alle eine Entscheidung getroffen, dass wir nie mehr wieder Fußball spielen werden", so der Torwart Sharif Ikrami im staatlichen Fernsehen. Bei der Tragödie am Mittwochabend in Port Said starben bis jetzt 74 Menschen, mehr als tausend wurden verletzt. zur News

  • Wolverine, am 06.02.2012 09:09:33 Uhr

    Dazu fehlen mir die Worte! Mein Beleid an alle Familien und Freunde, welche an diesem Tag geliebte Personen verloren haben.

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